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Universität Bonn
Universitätsklinikum Bonn

Allergologie

Der Begriff Allergie wird für die Beschreibung eines Zustandes verwendet, der eine überschießende Reaktion des Körpers auf einen bestimmten (Umwelt-) Stoff (= Allergen) darstellt. In der HNO-Heilkunde sind besonders die Inhalationsallergien von Bedeutung (z.B. sog. „Heuschnupfen“). Eine Unterscheidung in ganzjährige (=perenniale) Allergien (z.B. Hausstaubmilben) und in ihrer Dauer begrenzten (=saisonale) Allergien (z.B. Gräser- oder Baumpollen) ist vorzunehmen.

Zur Abklärung einer Allergie werden in der Bonner HNO-Klinik folgende Untersuchungsmethoden durchgeführt:

Die Hyposensibilisierung (= spezifische Immuntherapie [SIT]) ist ein therapeutisches Verfahren, das auf die immunologischen Effekte einer Allergie im Körper einwirkt und diese so verändert, dass Symptome merkbar vermindert werden. Sie ist die einzige ursächliche Therapie einer allergischen Erkrankung.
Sie stellt somit eine ursächliche Therapie dar, deren Wirksamkeit durch viele Studien gesichert ist, außerdem wird die Gefahr eines sogenannten „Etagenwechsels“, die Ausbildung eines Asthma bronchiale, vermindert und Sensibilisierungen gegen weitere Allergene werden seltener.
Die Immuntherapie wird dann angewendet, wenn der/die Patient/in durch die Allergie stark beeinträchtigt beziehungsweise gefährdet ist und eine Karenz des Allergens (= Vermeiden eines Kontakts) aus beruflichen oder sonstigen Gründen nicht möglich ist.

Die Wirksamkeit einer Hyposensibilisierung ist gesichert für folgende Inhalationsallergene:

In unserer Klinik werden folgende Immuntherapieformen bei Inhalationsallergien durchgeführt:

Subkutane Immuntherapie (SCIT)

Zur Durchführung der Therapie werden steigende Dosen eines gegebenenfalls auch einer Kombination von gereinigten Allergenlösungen dem Patienten in definierten Abständen unter die Haut gespritzt. Es wird mit wöchentlichen Injektionen und einer ansteigenden Konzentration begonnen. Sobald die Erhaltungsdosis erreicht ist, werden die Injektionsintervalle auf 4 bis 6 Wochen verlängert.

Nach jeder Injektion muss der Patient mindestens 30 Minuten in der Klinik bleiben, damit eventuell auftretende Komplikationen sofort behandelt werden können. Mögliche Nebenwirkungen nach einer Injektion können das Auftreten von Rötung, Schwellung oder Juckreiz an der Einstichstelle oder das Auslösen eines Asthmaanfalles oder sogar ein Schock sein. Das Auftreten einer Schocks ist allerdings mit 1% der Fälle sehr selten.

Am Tage der Injektion sollte man körperliche Anstrengungen vermeiden.

Die klassische Therapie geht über einen Zeitraum von 3 Jahren. Bei alternativen Therapieformen wird die Steigerungsphase verkürzt oder nur eine 4 - 7malige wöchentliche Injektion vor Beginn der Allergiesaison (präsaisonal) durchgeführt.

Sublinguale Immuntherapie (SLIT)

Bei der sublingualen Therapieform werden steigende Mengen eines Allergens unter die Zunge gegeben (Tropfen), welche nach ca. 2 Minuten dann heruntergeschluckt werden. Alternativ stehen seit neustem auch selbstauflösende Tabletten zur Verfügung.

Diese Therapieform geht deutlich seltener mit systemischen Nebenwirkungen einher, sie kann daher von den Betroffenen selbständig zu Hause einmal täglich durchgeführt werden. Die erste Einnahme sollte jedoch unter ärztlicher Aufsicht (z.B. in unserer Hochschulambulanz) erfolgen. Es kann gelegentlich zu lokalen Reizungen oder Schwellungen kommen. Auch diese Therapieform sollte über ca. 3 Jahre durchgeführt werden.

Sie wird sowohl bei saisonalen als auch bei perennialen Allergien eingesetzt. Insbesondere bei Allergien gegen Gräser- und Baumpollen sowie gegen Hausstaubmilben wird sie empfohlen und unterscheidet sich nicht hinsichtlich der Wirksamkeit im Vergleich zur Spritzenbehandlung. Gerade für Kinder eignet sich daher die Behandlung mit Tropfen oder Tabletten.

Wir beraten Sie gerne.

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